Narzissmus trifft Selbstliebe!

Narzissmus steckt in jedem von uns

Niemand möchte ein Narzisst sein und doch steckt ein solcher in jedem von uns. Narzissmus ist sogar ein wichtiger Bestandteil unserer Persönlichkeit. Er sorgt dafür, dass wir uns gut um uns selbst kümmern und Grenzen nach Außen setzen. Der Grund warum Narzissmus dennoch bei den meisten Menschen negativ behaftet ist, findet sich im krankhaften Narzissmus. Davon sind in etwa 0,5% bis 1,5% der Bevölkerung betroffen. Sehr wenige also.

Narzissmus niemals mit Selbstliebe verwechseln

Wieso mir dieses Thema heute ein Anliegen ist? Als ich vor einigen Tagen ein Mentaltraining mit einer Klientin hatte und wir die Spiegel-Methode zur Aktivierung der Selbstliebe durchführten, unterbrach mich die Klientin plötzlich: „Ich möchte meinem Spiegelbild nicht sagen, dass ich es liebe. Das ist doch narzisstisch.“ In diesem Moment fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich fragte mich: Hemmt das aktuell in den Medien sehr prominente Thema Narzissmus die Förderung unserer Selbstliebe?

Gleich im Anschluss an das Mentaltraining begann ich mit meinen Recherchen zum Thema Narzissmus. Meine Vermutung, dass nur wenige Menschen (0,5-1,5%) vom krankhaften Narzissmus betroffen sind, aber die Interpretation auf Grund der häufigen Medienberichte darüber, bei uns eine ganz andere Wahrnehmung erschafft, bestätigte sich. Der Selfie-Boom ist ein gefundenes Fressen dafür eine ganze Generation als eine Horde an Narzissten dastehen zu lassen.

Die Fakten aber sprechen eine andere Sprache. Beinahe jeder Zweite (50%) leidet an mangelnder Selbstliebe und weiß mit dem Begriff Selbstfürsorge kaum etwas anzufangen. Immer häufiger werden daher Burnouts oder andere psychosomatische Erkrankungen diagnostiziert.

Kurzum: Verwechsle Selbstliebe niemals mit krankhaftem Narzissmus. Selbstliebe ist das Natürlichste auf der Welt und jede Aktivität zur Förderung dieser steigert deine Lebensqualität.

So erkennst du einen krankhaften Narzissten

Und dennoch gibt es sie natürlich, die echten, krankhaften Narzissten. Als ein Mensch, der sich selbst liebt und gut für sich sorgt, kann dieses Thema durchaus relevant für dich sein. Denn fast jeder von uns trifft im Verlauf seines Lebens auf einen Menschen, der krankhaft narzisstisch ist. Das Wissen rund um die Persönlichkeitsstörung kann dabei helfen den Narzissten zu erkennen und dich vor ihm zu schützen.

  • Im ersten Moment begeistern uns Narzissten meist. Sie strahlen Selbstvertrauen, Kompetenz und Souveränität aus.
  • Außerdem legen sie häufig großen Wert auf ihr Äußeres, was uns ebenfalls dazu verleitet einen positiven ersten Eindruck zu gewinnen.
  • Narzissten haben das Verlangen, von allen bewundert zu werden. Sie inszenieren daher ständig ihre Grandiosität.
  • Sie besitzen kein Einfühlungsvermögen. Empathie ist ihnen völlig fremd.
  • Dementsprechend interessieren sich Narzissten auch wenig oder gar nicht für ihre Mitmenschen. Es entsteht rasch der Eindruck, dass sie einem nicht zuhören.
  • Sie verhalten sich rücksichtslos und nutzen zwischenmenschliche Beziehungen zu ihren Gunsten schamlos aus.
  • Beim Austeilen von Kritik sind sie Profis. Werden sie hingegeben selbst kritisiert, neigen sie zur Überempfindlichkeit.
  • Für Lästereien sind sie besonders anfällig. Sie entwerten ihre Mitmenschen dabei auf brutale Art und Weise.
  • In der Öffentlichkeit zeigen sie sich immer von ihrer besten Seite. Wenn man sie länger kennt, ist ihre Arroganz aber nicht mehr zu übersehen.
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Krankhafter Narzissmus – Was kannst du tun?

Leider erkennen wir einen krankhaften Narzissten meist nicht auf den ersten Blick. Spätestens dann, wenn das Selbstwertgefühl in den Keller sinkt, man sich permanent verletzt, getäuscht oder hintergangen fühlt und die eigene Meinung nicht mehr gefragt ist, liegt der Verdacht nahe, dass man es mit einem krankhaften Narzissten zu tun hat.

Wenn man diesen entlarvt hat, ist es sinnvoll sich vor seinen Angriffe zu schützen. Die folgenden Tipps können dabei helfen.

1. Narzissmus – Manipulation erkennen und dich schützen

Krankhafte Narzissten haben die Gabe durch ihr charismatisches Auftreten und ihre manipulativen Fähigkeiten Menschen in ihren Bann zu ziehen. Oftmals führt das dazu, dass wir einer Sache zustimmen, die uns eigentlich widerstrebt oder Dinge tun, die für unser Wohl kontraproduktiv sind. Daher ist es ratsam die Worte des Narzissten kritisch zu hinterfragen und sie mit etwas Abstand zu betrachten bevor man voreilige Zusagen oder Versprechungen äußert.

2. Narzissmus – Emotionale Erpressung erkennen und stoppen

Krankhafte Narzissten sind Meister darin uns unter Druck zu setzen oder ein schlechtes Gewissen in uns zu entfachen. „Wenn du das nicht tust, dann geht es mir wegen dir so schlecht“ – ist ein überspitztes Beispiel für ihre typische Vorgehensweise. In diesem Fall macht es Sinn, dem Narzissten aufzuzeigen, dass nicht du, sondern er selbst für seinen Zustand verantwortlich ist. Allerdings muss man dabei sehr behutsam vorgehen, da Narzissten sehr schlecht mit Kritik umgehen können.

3. Narzissmus – verstehen, statt hassen

Ein krankhafter Narzisst verleitet uns rasch dazu ihn für sein Verhalten zu hassen. Er löst Wut, Kränkung und Verletzung in uns aus. Und dennoch ist der Weg der völligen Ablehnung nicht der beste für uns. Vor allem dann, wenn wir dem Narzissten auf Grund verschiedener Gegebenheiten (z.B. Job, Familie) nicht aus dem Weg gehen können.

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Entgegenwirken können wir dem, indem wir uns bewusst machen, woher das krankhafte Verhalten rührt. Das löst unser Problem zwar nicht unmittelbar, bringt aber Verständnis, wodurch negative Emotionen abnehmen. Folgendes Wissen kann dabei helfen:

Krankhafter Narzissmus entsteht in der Kindheit. Mangelnde Zuwendung und Liebe, sowie Vernachlässigung sind die häufigsten Faktoren für die Persönlichkeitsstörung. Kinder die solchen Erfahrungen ausgesetzt sind, beginnen oftmals sich selbst zu hassen. Da Selbsthass sehr schmerzhaft ist, verdrängen sie diesen und entwickeln anstatt dessen ein extrem positives Selbstbild von sich, das sie in der Hoffnung endlich geliebt zu werden, auf übertriebene Weise nach Außen tragen.

4. Narzissmus – Grenzen aufzeigen und Selbstfürsorge lernen

Deutlicher als bei anderen Menschen muss man beim Narzissten sein Terrain verteidigen. Mach dir bewusst, dass es deine wichtigste Aufgabe ist, gut für dich selbst zu sorgen und weise den Narzissten zu recht, wenn er dich schamlos erpresst, runter macht oder ausnützt.

Sieh den Umgang mit ihm als ein Lernfeld in Bezug auf deine Selbstfürsorge. Wenn du es ihm gegenüber schaffst gut für dich selbst zu sorgen, dann kann dich in Sache Selbstliebe nichts mehr so schnell ausbremsen.

5. Narzissmus – hol dir das, was du brauchst, wo anders!

Wenn du besonders häufig mit einem Narzissten konfrontiert bist, gehen deine Bedürfnisse dabei unter. Triff dich zum Ausgleich möglichst oft mit empathischen Menschen, die ehrliches Interesse an dir hegen und damit dein natürliches Bedürfnis an Zustimmung und Anerkennung abdecken.

Persönliches Statement

Als ich vor einiger Zeit mit einem Narzissten konfrontiert war, den ich nicht zur Gänze meiden konnte, half mir vor allem Punkt 4. Ich machte es mir zur Aufgabe trotz der schwierigen Bedingungen gut für mich selbst zu sorgen. Daraus entstanden dann jede Menge Selbstfürsorge- und Selbstliebe-Praxis-Ideen.

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3 Kommentare

  1. Liebe Melanie, ein sehr guter Beitrag, der abseits von medialer Propaganda die Augen öffnet.
    Grüße deine Fanzi

  2. Meine Eltern sind Narzissten. Ich hab das Muster aber erst jetzt erkannt. Schwierig sich davon zu lösen. Dazu brauch ich jedemenge Hilfe. Aber ich bin auf dem Weg. Erst gestern Abend hab ich wieder die Erfahrung gemacht, wie mich diese permanente Entwertung meiner Kindheit in mein Verhalten und Verstehen eingebrannt hat.
    Liebe Grüße
    Stella

    • Liebe Stella!
      Erstmals danke ich dir für deinen Mut und für deine Ehrlichkeit. Ich denke du bist bereits auf dem richtigen Weg und hoffe, dass deine Selbtliebe einst all die in der Vergangenheit entstandenen Wunden heilen wird.
      Herzliche Grüße und alle Liebe, Melanie

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