Alleinsein – Entdecke deine innere Glücksquelle!

Zeit für mich – Alleinsein

Wann warst du das letzte Mal ganz mit dir alleine? Wie hast du die Ruhe und das Alleinsein empfunden? Kein Fernseher, kein Radio, kein Kollege, der etwas von dir will, keine Nachricht am Smart-Phone und kein Anruf, der dir deine Ich-Zeit raubt. Ist das auch bei dir schon länger her?

Leider kommen die meisten Menschen ihrem Bedürfnis nach Ruhe und Einsamkeit nicht all zu häufig nach. Manchen graut es sogar davor Zeit mit sich selbst zu verbringen. Das liegt unter anderem daran, dass es in unserer Gesellschaft nicht gerade Kult ist, Zeit alleine zu verbringen. Kaum jemand lässt sich gerne ohne Begleitung in der Öffentlichkeit blicken, da er befürchtet von anderen als Außenseiter wahrgenommen zu werden.

Ein zusätzliches Hindernis am Alleinsein ist die Menge der Verpflichtungen und Aufgaben, die wir tagtäglich zu beweltigen haben. Die Zeit mit sich selbst, wird dabei gerne hinten angestellt. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, wie viele positive Effekte qualitatives Alleinsein mit sich bringt.

Gewinne aus dem Alleinsein

Das Resultat qualitativer Ich-Zeiten sind tiefe Glücksgefühle, die einen nachhaltig positiven Einfluss auf unser Leben haben. Je nach Typ Mensch ist das Bedürfnis nach Einsamkeit unterschiedlich intensiv. Fakt aber ist, dass das bewusste Alleinsein, genauso wie ein Muskel trainiert und erlernt werden kann. Gute Gründe, warum man es sich antrainieren sollte, gibt es hier:

  • Studien zeigen, dass sich beim Alleinsein sowohl der Körper wie auch das Gehirn erholen. Das bewirkt, dass wir anschließend wieder konzentrierter und produktiver sind.
  • Wer lernt auch mal als Solist durchs Leben zu gehen, bekommt meist ein besonders gutes Gespür für seine Gefühle und Bedürfnisse. Im Alltag machen wir uns oft nur darüber Gedanken, welches Verhalten andere von unser erwarten. Durch das Alleinsein hingegen wird uns bewusst, was wir selbst denken und fühlen. Wir erfahren, wonach wir uns wirklich sehnen, welche Bedürfnisse wir haben und welche Wünsche und Träume noch in uns schlummern.
  • Während Einsamkeit ein Grund für Depression ist, kann bewusste Zeit mit sich selbst Stimmungstiefs vorbeugen. Indem wir die innere Stimme und unsere Empfindungen bewusst wahrnehmen, ist es uns möglich auch danach zu handeln. Überforderung, Lustlosigkeit sowie Fremdbeeinflussung kann so vermieden werden.
  • Auf einem weißen Blatt kann mehr entstehen als auf einem wirr vollgekritzelten. Kreativität braucht Platz, räumlich und zeitlich. Und diesen Platz finden wir am ehesten alleine.
  • Alleinsein stärkt das Selbstvertrauen. Denn wer nicht in der Lage dazu ist, mit sich selbst zu sein, der macht sein Wohlbefinden von anderen abhängig. Er benötigt die Bestätigung und orientiert sein Handeln daher an der Reaktion seiner Mitmenschen. Je besser man also mit sich Alleinsein kann, desto weniger abhängig ist man von seinem Umfeld.
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Mehr Zeit zum Alleinsein

Ausreichend Zeit mit sich selbst, ist nur mit einem guten Zeitmanagement möglich. Weil wir im Freizeit-Alltag ständig Termine für das Einkaufen, Freunde treffen, Sport betreiben, Kochen und Wäsche waschen, vergeben, bleibt häufig kein Platz mehr für die spontane Ich-Einheit. Daher empfiehlt es sich auch für das Alleinsein einfach mal einen Termin zu vergeben. Bei mir findet sich ein solcher Termin unter dem Titel „Selbstmanagement“ mindestens einmal wöchentlich. Und dieser wird in der Einhaltung dann auch genauso wichtig genommen, wie jeder andere.

Wie verbringt man die Ich-Zeit am besten?

Wer noch wenig Übung im Alleinsein hat, für den habe ich hier eine Liste mit entspannenden Tätigkeiten mitgebracht:

  • Sei einfach mal Kind! Kinder sind unbeschwert und von Natur aus fröhlich. Überlege, was du bereits als Kind gerne gemacht hast und widme dich einer solchen Tätigkeit. Falls dir nichts einfällt, kannst du auch einfach mal ein paar Stunden auf einem Spielplatz verbringen.
  • Besuch eine Veranstaltung! Klapp einfach deinen Laptop auf und erkundige dich, welche Events oder Ausstellungen es rund um deinen Wohnort in den nächsten Tagen gibt. Besuche eine Vernissage, einen Kreativ- oder Tanzworkshop, einen Flohmarkt oder schau dir ein Theaterstück an.
  • Mach einen Kreativspaziergang! Dazu nimmst du am besten deinen Fotoapperat mit und orientierst dich an der „Kreativ-Walking-Idee“, die im Link vorstellt wird.
  • Nimm ein langes heißes Bad! Statte dich dazu mit Magazinen, einem guten Buch, einem leckeren Tee oder einem Glas Rotwein aus. Anschließend gönnst du dir noch eine Gesichts- oder Handmaske sowie einen Teller mit frischem Obst und Nüssen.
  • Bekoche dich selbst! Am besten zelebrierst du diesen Event, indem du auf den Markt einkaufen gehst und dich mit frischem Gemüse sowie speziellen Zutaten ausstattest. Ein Gericht, das du bisher noch nie ausprobiert hast, sorgt für mehr Achtsamkeit beim Kochen.
  • Lass dich von Tönen berieseln! Durchforste deine CD Sammlung und suche all jene Werke raus, die du dir mal ganz entspannt und aufmerksam anhören möchtest. Mach es dir auf der Couch bequem und lausche einfach.
  • Mach einfach mal gar nichts! Für die meisten Menschen ist genau das die größte Herausforderungen. Im obigen Link findest du Möglichkeiten, die dabei unterstützen an nichts zu denken und einfach nur zu entspannen.
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Ein Date mit sich selbst ist der Anfang einer tiefen, erfüllten Beziehung. Diese Beziehung kann einem die Liebe und den Halt geben, den so viele im Außen suchen. Menschen, die sich bewusst Ich-Momente schaffen, sind also keine bedauernswerten Einsiedler, sondern vielmehr echte Lebenskünstler.

Alleinsein ist eine eine Glücksquelle, die entdeckt werden möchte – liebe Grüße eure Melanie

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15 Kommentare

  1. Ich musste 36 Jahre alt werden um das zu glauben und zu lernen. Ich war stets der Meinung und Überzeugung das nicht zu brauchen und einfach ein gesellschaftlicher Mensch zu sein.das bin ich auch,aber das alleine sein zu verhindern war eher eine Flucht oder Art Verdrängung mich mit mir und meinen Gefühlen etc zu beschäftigen und auseinander zu setzen. Super Beitrag Schwesterherz!!!!

    • Danke liebe Sabine!
      Für deine Offenheit. Es ist mutig, das zu erkennen und noch mutiger es mit anderen öffentlich zu teilen.
      Du bist wunderbar… und ich bin jedes Mal aufs neue gerührt von deiner unglaublichen persönlichen Entwicklung sowie deinem Mut mit deiner Offenheit auch andere dazu aufzufordern sich mal selbst zu reflektieren. Umarmung – deine Melanie 🙂

  2. Das ist echt ein schöner Beitrag und eine Antwort kann ich Dir garnicht darauf geben. Bei mir war das immer schon so, auch in Schulzeiten beim lernen musste Radio oder TV laufen, damit ich mich konzentrieren konnte.

    Auch als ich alleine gewohnt habe, war das erste als ich heim kam, Fernseher an, damit es nicht so still ist.

    Ich weiß garnicht wann ich das letzte Mal wirklich alleine war … Und wenn wie lange das gedauert hat 🙂 Sicher nicht lange, weil da ich da schnell unruhig werde … Geschweige denn eine Social Media Abstinenz gg Ich hab mein Handy dauernd dabei … Klar wenn ich zB mit meinem Freund unterwegs bin, dann hab ich das nicht mit aber sonst fast immer.

    • Danke für dein Statement Dani!
      Bezüglich Social Media Abstinenz – die sollte ich mir auch wieder einmal dringend gönnen – lg Melanie

  3. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag, ich habe tatsächlich große Probleme mit dem „Alleinsein“, aber ich werde mir auf jeden Fall einige Tipps zu Herzen nehmen. Vielen vielen Dank!
    Liebe Grüße Jacky von Tschaakii’s Veggie Blog

  4. Danke liebe Melanie für den tollen Beitrag!
    Alleine sein hatten meine Frau und ich schon lange nicht mehr so richtig, das letzte Mal vor Jahren… Wir wären schon glücklich wenn wir wieder einmal ganz alleine ohne Kinder essen gehen könnten. Nicht so einfach bei vier Söhnen. Unser jüngster ist aber auch bald alt genug um einmal bei den Großeltern schlafen zu können. Dann werden wir uns wieder mehr Auszeit gönnen! 😉
    Liebe Grüße Stefan

    • Lieber Stefan!
      Das glaub ich dir gerne. Auch meine Schwester Sabine, die hier ab und an kommentiert, hat zwei Kids. Zwischen Familienmanagement und Job bleibt natürlich nicht wirklich Zeit zum Alleine sein. Doch angeblich – siehe Kommentar Sabine – klappt es zumindest ab und an eine halbe Stunde. Das dafür aber oft die Energie und Disziplin bei der Planung fehlt, kann ich sehr gut nachvollziehen. lg Melanie

  5. Hallo Melanie,

    danke für diesen wichtigen Artikel und die zahlreichen Anregungen für eine tolle Ich-Zeit. Grundsätzlich habe ich kein Thema mit dem ALLEIN SEIN, sondern genieße es meistens bzw. mache einen Termin mit mir für eine besonders schöne Ich-Zeit.

    Mich treibt eher um, einsam zu sein. Obwohl durchaus gerne auch allein, fühle ich mich öfter ‚alleine‘. Wo ist hier die Grenze?

    Vielleicht hast du zum Thema Einsamkeit auch einen so tollen Artikel…würde mich sehr freuen.

    Birgit

    • Liebe Birgit!
      Danke für dein Feedback. Das nehme ich mir gerne zu Herzen.
      Wie du richtig vermutest ist alleine sein nicht gleich einsam sein. Was man jedoch lernen kann, ist das „sich einsam fühlen“ in das „Alleine sein genießen“ zu verwandeln. Für den Anfang – überlege dir einfach mal, was der negative Zustand der Einsamkeit für positive Qualitäten mit sich bringt. Ich habe Zeit zum… usw.
      Und/oder Stell dir nun mal vor – du wärst nicht einsam, sondern hättest tagtäglich 24 Stunden jemanden um dich. Dieser jemand will natürlich auch ständig was von dir. Was würde dir dann womöglich fehlen? Was würdest du vermissen?
      Ich werde deinem Wunsch natürlich nachkommen und in den nächsten Wochen darüber schreiben – lg und Danke Melanie

  6. Wieder mal ein sehr gelungener Beitrag von dir. Ich kann dir nur zustimmen. Selbst schaue ich dies so oft wie möglich zu machen…zb bade ich sehr gern oder geh im Wald spazieren. Handy bleibt vorbeugend daheim. Viele Menschen haben ja angst davor, wenn mal nichts auf sie einrieselt. Ich rate aber jeden dazu es mal zu versuchen…
    Lg Nicole

    • Liebe Nicole!
      Danke für dein Feedback und die Mitteilung deiner persönlichen Erfahrungen.
      Herzlichen Gruß Melanie

  7. Hallo Honigperle..ich kann ganz gut alleine sein, mag die Stille und habe gar kein Problem mein Handy wegzulegen, damit ich es nicht höre. Nach 39 plus Jahren der Selbständigkeit muss ich aber üben, nicht immer am Sprung zu sein. Wichtig ist für mich, dass ich weiss, da sind Freunde, die ich anrufen kann, wenn ich will. Eine Freundin von mir wird ganz nervös, wenn das Radio oder der Fernseher nicht eingeschaltet ist. Ich brauche manchmal das Nichts.Lg. Gabi

    • Liebe Gabi!
      Das Alleine sein und vor allem Genießen, wie du es womöglich tust, wenn du ganz bewusst dein Handy weglegst, ist sicher auch eine Sache der Übung. Wie mir scheint, bist du schon gut trainiert darin. Andere können von der Idee, das Handy mal für ein paar Stunden außer Acht zu lassen einen ersten Schritt in Richtung Allein sein und Stille genießen, tun.
      Danke also für dein Statement! Lieben Gruß Melanie

  8. Liebe Melanie,

    einmal im Jahr packe ich meinen Koffer, nehme meine Kamera und verbringe eine kleine Auszeit in Venedig. Einsamkeit habe ich in dieser Zeit noch nie empfunden, im Gegenteil, ich bin mir selber etwas näher gekommen!

    Liebe Grüße

    Claudia

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