Lachen – warum es gesund ist eine Ulknudel zu sein

Wie ich mir mein Leben zurecht gelacht habe

Mehr als 30 Jahre hat es gedauert bis ich feststellte, dass ich Humor habe. Aber war mir Humor besonders wichtig? Nein, eigentlich nicht, denn ich bin ein tiefgründiger Mensch und verband Witze und Spaß häufig mit oberflächlichem Blabla. Wie ich dann trotzdem noch das Lachen in mein Leben einlud und wie auch du noch mehr von deinem Humor profitieren kannst, darum geht es im heutigen Beitrag.

Wie ich das Lachen fand

Als meine Schmerzkrankheit im Sommer 2015 ihren Höhepunkt erreichte, war mir vorerst natürlich ganz und gar nicht zum Lachen zu Mute. Meine ganzen Gedanken drehten sich einzig und alleine um die Krankheit, den Schmerz sowie um die Trauer darüber mein einst so schönes Leben durch sie verloren zu haben. Paradoxerweise lernte ich genau in dieser Phase erstmals die heilsame Wirkung des Lachens kennen.

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Mentaltrainerin lernte ich an einem Samstag Abend, die Entspannungsmethode Lachyoga kennen. Natürlich fand ich diese im ersten Moment total blöd! Wer nicht? Weil es aber nun mal zur Ausbildung gehörte, verhielt ich mich wie alle andere Teilnehmer und machte mit.

Die Lacheinheit endete damit, dass einige meiner Kollegen und ich am Boden lagen und uns krümmten vor Lachen. Während ich nach Luft schnaubte und jede Zelle meines Körpers vibrierte, vergaß ich für einige Sekunden, den großen Schatten, der durch meine Krankheit damals stets über mir schwebte.

Das Lachen blieb nicht

Die heilsame Wirkung des Lachens geriet dann aber bald wieder in Vergessenheit. Außerdem hielt ich es für einen Zufall, dass es mir gerade an jenem Tag, an dem wir im Kurs Lachyoga praktizierten, ein wenig besser ging. Mein Fokus verfing sich wieder in meiner Krankheit.

Es musste beinahe ein ganzes Jahr vergehen, bis ich es wieder wagte in meiner noch immer schwierigen und beschränkenden Lebenssituation zu lachen. Diesmal schlich sich das Lachen ganz heimlich in mein Leben. In dieser Zeit hatte ich kaum Verpflichtungen und so lebte ich oft einfach in den Tag hinein, traf mich mit Freunden und unternahm meinen Schmerzen zu trotz immer wieder lustige Dinge.

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Schlussendlich erstellte ich auch noch meinen Blog, indem man des öfteren sehr spezielle Lebensfreudeaktionen, wie beispielsweise Karaoke auf offener Straße oder Blumen verteilen an jeden lächelnden Passanten, findet.

Ich bemerkte es erst gar nicht, aber im Laufe der Zeit wurde ich zu einer richtigen Lachnummer. Meine lustigen Sonnenbrillen, die ich immer und überall gerne zum Einsatz bringen, sind mittlerweile zu meinem Markenzeichen geworden. Manchmal fragte ich mich natürlich, wie es möglich war, dass ich trotz dieser Schmerzen soviel lachte, wie noch nie zuvor in meinem Leben?

Schlussendlich aber beantwortete ich mir diese Frage nicht. Anstatt dessen nahm mein Körper immer wieder den Impuls der Lebensfreude durch mein Lachen wahr und passte sich diesem an. Das Resultat innerhalb der letzten sechs Monate nahmen meine Schmerzen teils bis zu 50% ab.

Zufall? Nein – Lachen ist tatsächlich eine sehr starke Medizin.

So wirkt lachen

Folgende Wirkungen auf unseren Körper ergeben sich daraus:

  • Die Körperzellen werden mit mehr Sauerstoff versorgt dadurch werden Verbrennungsvorgänge gefördert, Herz und Kreislauf angeregt und Muskeln entspannt.
  • Lachen bremst die Produktion von Stresshormonen.
  • Lachen fördert die Ausschüttung von Serotonin, welches als Glückshormon bekannt ist.
  • Mit einem herzhaften Lachen signalisieren wir all unseren Zellen, dass es uns gut geht. Der Körper passt sich diesem Zustand langfristig an und findet dadurch zu Balance und Gesundheit zurück.
  • Unsere Immunsystem wird durch Lachen gestärkt. Es gibt bereits erste wissenschaftliche Berichte die darauf hindeuten, dass Lachen die Entstehung von Krebszellen eindämmt.
  • Lachen gibt uns ein Gefühl der kindlichen Leichtigkeit. Wer oft lacht, lässt sich weniger häufig von gesellschaftlichen Beschränkungen vereinnahmen.
  • Lachen verbindet Menschen und öffnet die Tore zu den Herzen.

Ich würde sogar sagen, dass Lachen eine wunderbare Art der Mediation ist! Schließlich kann man sich dabei auf nichts anderes konzentrieren. Versuch es mal! Es ist einfach nicht möglich einen Lachkrampf zu haben und währenddessen zu überlegen, was man morgen alles erledigen muss.

Jedenfalls kann ich euch diese Art der Mediation sehr ans Herz legen. Ich verstehe aber natürlich auch, wenn ihr weder Lust darauf habt auf der Straße zu singen oder in eine Lachyoga-Stunde zu gehen. Und genau deshalb habe ich euch zwei wunderbare Übungen mitgebracht, die jeder alleine für sich ausprobieren kann.

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Lachentraining

Für beide Varianten wird ein großer Spiegel benötigt!

Variante 1: Stell dir vor du hättest riesigen Grund zur Freude. z.B. ein Lotto Sechser, den Hauptgewinn einer Show oder etwas Anderes, das dich zum Ausflippen bringt. Du ballst dabei die Fäuste zusammen, streckst sie in die Luft, jubelst und springst nach Lust und Laune, während sich in deinem Gesicht die pure Freude widerspiegelt.

Variante 2: Stell dir vor, du bist ein talentierter Schauspieler. In der nächsten Szene musst du einen filmreifen Lachanfall inszenieren. Lache dabei zuerst ganz leise und dann immer lauter. Schließlich musst du dir vor lauter Lachen den Bauch halten oder dich sogar auf den Boden setzten.

Bei beiden Varianten entstehen trotz des anfänglichen Schauspiels Glücksgefühle. Beim Anblick meines Spiegelbildes stellt sich innerhalb von wenigen Sekunden echtes herzhaftes Lachen ein. Eine tägliche Lacheinheit im Ausmaß von zwei bis fünf Minuten beeinflusst unser Glücksempfinden sowie auch den Gelassenheitsgrad bereits enorm.

Einfach ausprobieren – kostet nichts – ist gesund – und macht SPASS!

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10 Kommentare

  1. Ja genau, einfach mehr Lachen. Die RED NOSES Clowndoctors „bringen Lachen zu kranken und leidenden Menschen in 10 Ländern. Ihre Arbeit „basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Wichtigkeit von Humor für den Heilungsprozess bestätigen.“

    Wir brauchen mehr Menschen wie dich, denn Lachen ist ansteckend, und wenn wir mitanander lachen, dann werden wir nicht nur gesünder sondern machen diese Welt ein bisschen heller.

    Vor Jahren saß ich im Flugzeug von Shanghai nach Amsterdam. Ich hörte Mario Barth (dt. Comedian) auf dem Handy und musste laut lachen. Da kam die Stewardess und flüsterte mir zu, es hätten sich schon Leute beschwert, ich würde zu laut lachen, ich solle mal leiser machen. Wie bitte? Seitdem frage ich oft meinen Mann, ob ich wieder zu laut lache, Seine Antwort ist stets die selbe: „Nicht für mich!“

    Lass uns mehr gemeinsam lachen, damit in Zukunft die Stewardess kommt und sagt: „Danke, dass Sie so laut lachen, können Sie bitte auch mal in die vorderen Reihen kommen und denen beim Lachen helfen?“

    • Wunderbar dein Kommentar! Herzlichen Dank 🙂
      Ja die Clown Doc. bekräftigen die Wirkung des Lachens!

    • Liebe K.Beate,
      Habe leider erst heute deinen Kommentar übers Lachen gelesen. Auch mein Mann und meine Söhne lachen sehr laut bei lustigen Filmen oder Erlebnissen die uns zum Lachrn bringen. Ich bin da eher zurückhaltend,aber wenn alle 3 zusammen lachen,beginnen sich auch meine Mundwinkel zu wellen und ein Lachen huscht über mein Gesicht.

      Mir gefiel besonders deine Stelle….die Stewardess kommt und sagt: „Danke, dass Sie so laut lachen, können Sie bitte auch mal in die vorderen Reihen kommen und denen beim Lachen helfen? , ich habe mir dies mal so richtig bildlich vorgestellt… wäre mal als Vorschlag bei den Fluglinien einzubringen…
      Noch viel Freude,Spass und viel Lachen in deinem Leben…
      LG Gabi

      • Liebe Gabi,

        danke für dein Feedback. Die Stelle hatte ich ganz vergessen. Werde jetzt darauf achten, dass ich sie zukünftig mit verwende, wenn ich diese Geschichte wieder mal erzähle. Und das mache ich oft.

        Lach weiter, denn Lachen ist gesund, auch wenn es ansteckend ist 😉
        LG, Beate

  2. Spitze Beitrag, liebe Melanie! Und du hast total recht, wir ulknudeln viel zu wenig und dass obwohl nicht alle, deine Art von Vergangenheit haben! Das ist ein großer Denkanstoß. Sehr berührend!
    Und im Übrigen finde ich die „Roten Nasen“ sehr unheimlich, so künstlich – worüber ich gerade lachen muss! 😀

    Alles Liebe,
    Doris

  3. Hallo Melanie!

    Es ist großartig was du schreibst und gleich beim Lesen musste ich schmunzeln. Ich stimm dir voll zu, dass mit einem Lächeln im Gesicht das Leben viel leichter gelingt.
    Mein Sohn hat einen Gendefekt (chronische Erkrankung) und da musste ich schon einiges mit ihm meistern. Trotzdem haben wir viel Spaß und das erleichter die Sache sehr.

    Der Blog ist umwerfend und das coolste das ich seit langem gelesen habe 🙂

    • Wow!
      Herzlichen Dank für deine bestärkenden, wundervollen Worte Caroline.
      Ich freue mich sehr, dass du dich in meinen Texten wieder findest bzw. dich davon inspirieren lässt.
      Deine persönliche Geschichte klingt auch nach einer ganz schönen Herausforderungen. Ich würde mich ehrlich freuen einmal mehr über dich zu erfahren.
      Lieben Gruß Melanie

  4. Hallo Melanie,

    ich verfolge deinen Blog sehr gerne und möchte mich bei dir bedanken, da er mir oft schon mut gemacht hat.
    Ich selbst befinde mich gerade in einer Angststörung und kann mich auch nur noch mit diesem Thema befassen. Ich kann an nichts anderes denken und das macht das Ganze natürlich schlimmer.
    Du selbst hast geschrieben, dass sich deine Gedanken nur noch um deinen Schmerz gedreht haben, wie hast du es denn geschafft den Fokus davon weg zu lenken? Ich versuche es schon sehr lange und schaffe es einfach nicht. Ich freue mich über jeden Tipp von dir! 🙂

    Ich wünsche dir alles Gute weiterhin! 🙂

    Alles Liebe, Lisa

    • Liebe Lisa!
      Ich glaube du bist schon längst dabei eine Veränderung zu initiieren. Alleine, dass du diesen Blog regellmäßig liest, zeigt, dass du in dir etwas bewegst. Leider dauert es meist einige Zeit bis wir die Früchte unserer inneren Veränderung ernten. Auch mir erging es. Alles was unser Denken und Fühlen über viele Jahre angerichtet hat, wirkt auf uns. So müssen wir uns dann auch geduldig zeigen, wenn wir etwas Neues ausprobieren. Natürlich gelingt es nicht sofort alles positiv zu sehen. Es dauer einfach seine Weile bis sich die neuen Gedanken automatisieren.
      Darf ich dir mein Buch ans Herz legen? Honigperlen hilft mit vielen praktischen Übungen dabei, das Umdenken und Neufühlen anzuregen. In der Zwischenzeit sei stolz auf jeden positiven Gedanken, den du fassen kannst und auf jeden noch so kleinen Moment, in dem du dich nicht mit dem verzweifelten Thema beschäftigst, sondern es schaffst einen heißen Tee, ein Gespräch oder einen Text zu genießen. Vielleicht magst du dir dazu ein Tagebuch anlegen. Den Fokus auf die vielen kleinen Erfolgsmomente richten, die du bestimmt täglich hast, die aber leider oft vom Schmerz und Enttäuschung überschattet werden.
      Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Inspiration auf deinem Weg.
      Sei gewiss, dass alles was du tust seine Wirkung hat – auch wenn es manchmal eine Weile dauert.
      Herzlichst, deine Melanie

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