Du bist, was du sprichst – Schluss mit Meckern

Meckern – Jammern – Raunzen!

Als ich neulich von einer ausgiebigen Cafe-Tour mit Freundinnen zurückkehrte, fühlte ich mich vor lauter Reden ein wenig heiser. Aus diesem Anlass überlegte ich mir abends, worüber ich eigentlich stundenlang mit meinen Freundinnen gesprochen hatte. Obwohl ich das im Großen und Ganzen zwar noch wusste, machte ich bei genauerer Revue-Betrachtung dennoch einige interessante Entdeckungen. Anders als angenommen, sprach ich nicht nur über Positives, sondern nahm auch aktiv am Raunzer-Austausch teil. Seither frage ich mich des öfteren:

Worüber rede ich eigentlich den ganzen lieben langen Tag?

Hast du dir schon mal folgende Fragen gestellt?

  • Was sind deine häufigsten Gesprächsthemen?
  • Kreisen sie eher um Probleme und Schwierigkeiten?
  • Beschwerst du dich gerne?
  • Worüber sprichst du mehrheitlich – Pivates oder Berufliches?
  • Erfreuliches/Unangenehmes?

Denke dazu einfach an deine letzten Gespräche mit Freunden, dem Partner oder Kollegen.

Meckern, nörgeln und raunzen macht unzufrieden

Laut Glücksforschung sprechen Menschen, die sich selbst als zufrieden bezeichnen zu 75% über Positives. Auch wenn sie ihre Probleme schildern, beenden sie ihren Redefluss mit einem hoffnungsvollen oder optimistischem Statement. Auch ihr Wortschatz unterscheidet sich zu derer, die gerne Meckern und Raunzen. Sie verwenden bejahende und aufbauende Begriffe.

Leider überwiegt die Anzahl der Raunzer, die ihren Gesprächsthemen entsprechend auch unzufriedener sind, deutlich. In letzter Zeit fallen mir solche Menschen nicht nur im Real-Gespräch, sondern auch im Social-Media Bereich auf. Scheinbar gibt es immer und überall einen Grund zu meckern. Klassische Raunzer stören sich an den Verhaltensweisen Anderer, verurteilen die Allgemeinheit und finden zu jeder positiven Benachrichtigung ein ABER-Statement.

Meiner Lebensqualität wegen nehme ich mich daher immer wieder selbst an die Nase und beobachte mich dabei, wie und über was ich spreche. Täte ich das nicht, wäre ich vermutlich auch ein Raunzer. Denn kaum jemand jammert den ganzen Tag, weil er sich frei dafür entschieden hat. Es fällt den meisten einfach nicht auf. Es handelt sich also um eine störende Angewohnheit, die weder einem selbst noch anderen gut tut.

Dem Meckern und Raunzen ein Ende setzen

Dazu fällt mir ein spannendes Experiment ein, dass ich vor Jahren mit meinem Partner gemeinsam ausprobierte. Ich las damals ein Buch von Will Bowen, der sich Jahrzehnte mit der Unzufriedenheit der Menschen beschäftigte. Dem Buch war ein pinkes Gummiarmband beigelegt. Ziel war es dieses Gummiarmband 21 durchgehend auf einer Hand zu tragen. Die Schwierigkeit dabei ist, dass man das Armband jedes mal dann, wenn man sich selbst beim Meckern oder Jammern erwischt, abnehmen und auf das andere Handgelenk geben muss. Das bedeutet nur, wenn man es schafft 21 Tage nicht zu meckern bleibt das Armband am selben Handgelenk. Und ihr könnt mir glauben, wenn ihr das schafft, dann seit ihr Anti-Mecker-Profis.

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Mit einem solchem Armband (alternativ kann man natürlich jedes Beliebige verwenden) gewöhnt man sich das Meckern im Nu ab und hat außerdem noch Spaß. Mein Anti-Raunz-Rekord war im übrigen fünf Tage. Aber alleine durch den Versuch veränderten sich meine Gesprächsthemen so wie mein Wortschatz im Nu.

Falls du dieses wirksame Instrument ausprobierst, würde ich mich freuen, wenn du mir davon berichtest. In der Zwischenzeit wünsche ich dir einen möglichst raunz-freien Start in die Woche – Melanie

PS.: Du hast Lust auf weitere Beiträge zum Thema Mentaltraining und Lebensfreude?

 

10 Kommentare

  1. Richtig guuuut
    Mit dem Thema hab ich mich schon öfter beschäftigt. Wie unsere Gedankenstrukturen durch unseren Sprachgebrauch sich verändern können, ob positiv oder negativ.
    Das Armband ist eine tolle Erinnerung daran, das wir uns letztendlich nur selbst schaden, wenn wir, ob oft, manchmal oder generell(?!?) einen negativen Sprachgebrauch haben.

  2. Schon durch das Bild mit den Honigperlen fühlte ich mich angesprochen und las den Artikel. Sowohl inhaltlich als auch vom Schreibstil her gefällt mir diese Seite von dir sehr gut.

    • Liebe Sonja!
      Herzlichen dank für dein liebes Feedback – ich freue mich, dass du auf den Blog gefunden hast 🙂

  3. Das ist ja eine coole Idee mit dem Armband 🙂 Alternativ ginge evtl ein Ring, den man wechseln kann. Ich habe nicht-raunzen zum Glück recht gut drauf, aber ich habe mich auch lange genug mit der Thematik beschäftigt und weiß dass Energie der Aufmerksamkeit folgt. Völlig raunzfrei bin ich natürlich trotzdem nicht

  4. Reflektieren ist wichtig! Danke für den Artikel!

  5. Oh Gott ich denk dann kommt man gar nicht mehr nach mit dem Band wechseln……hahaha ich muß das ausprobieren denn oft raunzt man so nebenbei ….ohhhhh so viel Wäsche….so viel zum aufräumen. …habe halbe Baustelle auch noch daheim …..
    Danke, danke für deine interessanten Berichte bin ! Begeistert !

    • Danke für dein herzallerliebstes Feedback!
      Es freut mich sehr, dass du meinen Blog entdeckt hast und dich davon inspirieren lassen kannst.
      Lieben Gruß Melanie

  6. Gibt es den 21 Tage-Kurs nicht mehr?

    • Liebe Anneke!
      Was genau meinst du?
      Es handelt sich um diesen Blogbeitrag – es gab gar keinen Kurs. Aber im empfohlenen Buch gibt es eine genauere Anleitung zum Antijammern, lg

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