Von der Muskelschwäche zum Marathon

Du musst dir schon selbst Konfetti in dein Leben pusten!

Über Krankheit, Mut und Leidenschaft

Die 34 jährige Manuela leidet seit ihrer Kindheit an einer Muskelschwäche Krankheit. Wie sie es trotz negativer Prognosen dennoch geschafft ihrer Leidenschaft dem Sport nachzukommen und welche atemberaubende Leistungen sie bereits vollbracht hat, erzählt sie uns heute.

Liebe Manuela im Alter von 11 Jahren hat man bei dir eine Muskelschwäche Krankheit festgestellt. Deinen Eltern wurde damals von den behandelnden Ärzten mitgeteilt, dass du als Erwachsene im Rollstuhl sitzen würdest. Anstatt dessen aber bist du heute Mutter einer gesunden Tochter, Sportlerin und hast sogar an einem Halb-Ironman teilgenommen.

Wie hast du das geschafft?

ManuelaMeine ganze Familie ist sehr sportlich und auch ich habe mich bereits früh dazu entschlossen dem Sport eine hohe Priorität beizumessen. Als ich noch zur Sporthauptschule ging, dachte ich immer ich würde Leistungssportlerin werden. Dabei jedoch hat mir meine Krankheit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als die Diagnose – Myasthenia Gravis – gefällt wurde, bereitete man mich auf ein Leben im Rollstuhl vor. Meine Eltern rannten mit mir von Arzt zu Arzt, zu Alternativmedizinern und sogar zum „Wunderheiler“ – leider mit wenig Erfolg. Irgendwann begann ich die Krankheit zu akzeptieren und fand mich damit ab, dass mein Leben ohne den, von mir so geliebten Sport, verlaufen würde. Ab diesem Zeitpunkt ging es stetig bergauf.

Ich wagte es und begann langsam damit mich wieder zu bewegen. Anfangs walkte ich regelmäßig mit einer Freundin, um so dem wunderbaren Körpergefühl von Sport wieder näher zu kommen. Die Angst vor einem Rückschlag jedoch war immer da, weswegen ich achtsam mit mir und meinem Körper umging. Später folgten kleine Wanderungen und daraufhin kurze Laufeinheiten. Ich konnte es kaum fassen! Es war einfach nur wunderbar und erfüllte mich mit Freude.

Zu diesem Zeitpunkt war mein Bruder schon jahrelang Hobby-Triathlet. Ich war oft als Fan und Zuseher bei den Wettbewerben dabei und immer fasziniert von den Leistungen der Teilnehmer. Oft wünschte ich mir genau das auch selbst mal erleben zu können.

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Meine Faszination für den Sport sowie mein stetiges Engagement führten mich daraufhin immer wieder zu neuen Zielen. Ich begann mit einem 10 km Lauf – später folgte ein Halbmarathon und schlussendlich die Königsdisziplin – der Marathon! Als ich bei meinem ersten Marathon mit Tränen über die Ziellinie gelaufen bin dachte ich mir „Ich muss meinen Ärzten mitteilen, das ich heute NICHT im Rollstuhl sitze, sondern anstatt dessen einen Marathon gelaufen bin“. Von da an wusste ich auch, dass ich mein nächstes Ziel – den Halb-Ironman – schaffen würde. 2013 finishte ich diesen schließlich.

Woher nahmst du trotz deiner Krankheit den Mut und die Kraft dein Leben voller Leidenschaft zu leben?

Ich bin ich jeglicher Hinsicht ein leidenschaftlicher Mensch – vor allem was den Sport betrifft, war ich das schon immer. Kraft gab mir vor allem meine wunderbare Familie, mein Partner sowie meine Freunde, die mich so lieben, wie ich bin.

Als Jugendliche fiel mir der Umgang mit meiner Krankheit nicht immer leicht. Vor allem deshalb weil ich mich im Alter von 11 Jahren einer komplizierten Operation an der Thymusdrüse unterziehen musste und seither als Erinnerung daran eine Narbe auf meinem Dekolleté trage. Mit dieser hatte ich als Teenager ein großes Problem. Heute aber sehe ich sie als Zeichen des Lebens – sie gehört einfach zu mir. Genau wie meine Krankheit, hat auch die Narbe mein Leben geprägt. Heute weiß ich, dass auch meine Krankheit nicht nur negativ ist, sondern dass sie mich mitunter genau zu der gemacht hat, die ich heute bin.

Was motiviert dich?

Der Glaube an mich selbst – daran vieles schaffen zu können und die Liebe zum Sport. Grundsätzlich trainiere ich nämlich nicht, sondern komme nur meiner Liebe nach Bewegung nach und schöpfte dadurch Kraft für Körper und Geist.

Du hast eine 9 Monate alte Tochter. Wie bringst du deinen Vollzeitjob als Mutter und deine Begeisterung zum Sport unter einem Hut?

Ich agiere flexibel und es klappt einfacher als vorerst gedacht. Abends wenn meine Tochter bereits im Bett ist gehe ich ins Schwimmbad, eine Runde laufen oder ins Fitnessstudio. Bei Wanderungen kommt Charlotte in die „Krax´n“. Anstatt den Kinderwagen zu schieben, mache ich auch öfter mal eine kleine Radtour, während meine Kleine im Radanhänger ein Schläfchen macht. Auch für´s Laufen ist dieser Anhänger geeignet – unlängst bin ich damit sogar schon einen Halbmarathon gelaufen.

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All das wäre natürlich nicht möglich, wenn mich meine Familie und vor allem mein Partner nicht dabei unterstützen würden.

ManuelaWas waren die bisher größten Erfolgserlebnisse in deinem Leben?

  • Sportlich: das Finishen meines ersten Marathons 2012

  • Beruflich: meine Ausbildung zum Meister in Hörakustik

  • Privat: die Geburt unserer Tochter

Hast du ein persönliches Motto?

„Du musst dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten!“

Lieben Dank  an Manuela für ihre Offenheit sowie für ihre inspirierende Lebenseinstellung!

PS.: Lust auf weitere Beiträge zum Thema Lebensfreude und Mentaltraining?

4 Kommentare

  1. Wow! Soviel Motivation während andere völlig gesund sind und ihren gesunden Körper gar nicht zu schätzen wissen, legst du solche Meisterleistungen hin! Ich bin begeistert 🙂

  2. Echtspitze manu!
    und ich möchte noch betonen in was für Zeiten diese Frau finisht immer am stockerl die verrückte.und mit leuchtendem Lippenstift,den sie schon vorm wasserstart trägt! bussi sabine

  3. Eine beeindruckende Geschichte. Ich wünsche Dir viel Kraft für weitere sportliche Höchstleistungen. Alles Gute für

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